Thiamatab ad us. vet.

Filmtabletten für Katzen


Thiamatab


Zur Langzeit-Therapie bei feliner Hyperthyreose und zur prä-operativen Stabilisierung bei feliner Hyperthyreose vor einer Thyreoidektomie

Zusammensetzung

1 Filmtablette zu 2.5 mg enthält:
Wirkstoff: Thiamazolum 2.5 mg
Hilfsstoffe: Color.: E122, Excipiens pro compresso obducto.

1 Filmtablette zu 5 mg enthält:
Wirkstoff: Thiamazolum 5 mg
Hilfsstoffe: Color.: E104, E110, Excipiens pro compresso obducto.

Eigenschaften / Wirkungen
Thiamazol, auch bezeichnet als Methimazol, der Wirkstoff von Thiamatab, verhindert in vivo die Biosynthese der Schilddrüsenhormone, indem er die Bindung von Jod am Enzym Thyroidperoxidase hemmt. Dadurch wird die vom Enzym katalysierte Jodierung von Thyroglobulin und die Synthese der Schilddrüsenhormone T3 und T4 verhindert. Zur exakten individuellen Dosierung stehen Filmtabletten in den zwei Stärken 2.5 mg und 5 mg zur Verfügung. Thiamatab Filmtabletten sind wegen des Überzugs leicht zu verabreichen.

Pharmakokinetik
Nach oraler Verabreichung an gesunde Katzen wird Thiamazol rasch und vollständig resorbiert mit einer Bioverfügbarkeit von über 75 %. Dabei gibt es jedoch beträchtliche individuelle Schwankungen. Die Elimination des Wirkstoffes aus dem Plasma erfolgt bei Katzen rasch mit einer Halbwertzeit von 4.5–5 Stunden. Maximale Plasmakonzentrationen werden ca. 1–2 Stunden nach Verabreichung gemessen mit Cmax zwischen 1.6 und 1.9 μg/ml. Bei Ratten wird Thiamazol nur zu 5 % an Plasmaproteine gebunden und zu 40 % an Erythrozyten. Der Metabolismus von Thiamazol bei Katzen ist nicht bekannt, bei Ratten jedoch wird der Wirkstoff in der Schilddrüse schnell abgebaut. Ca. 64 % der erhaltenen Dosis werden über den Urin ausgeschieden und nur 7.8 % über die Faeces, dies im Gegensatz zum Menschen, bei dem die Metabolisierung hauptsächlich in der Leber stattfindet. Von Mensch und Ratte ist bekannt, dass der Wirkstoff die Plazentaschranke passiert und in der fetalen Schilddrüse angereichert wird. Thiamazol tritt auch in die Muttermilch über.

Indikationen
Zur Langzeit-Therapie bei feliner Hyperthyreose.
Zur Stabilisierung der Hyperthyreose bei Katzen vor chirurgischer Thyreoidektomie bzw. vor Radiojodtherapie.

Dosierung / Anwendung
Zur oralen Verabreichung.

Zur Langzeitbehandlung der felinen Hyperthyreose
Zu Beginn 1 Filmtablette Thiamatab 2.5 mg 2-mal täglich (morgens und abends).
Nach 3 Wochen soll die individuelle Dosis der Katze anhand des totalen Serum-T4-Spiegels angepasst werden. Zur Feineinstellung mit dem Ziel, die niedrigste Dosierung zu ermitteln, soll die Dosis um jeweils 2.5 mg pro Tag angepasst werden. Bei der Langzeitbehandlung von Hyperthyreose muss die Katze lebenslang behandelt werden!

Zur Stabilisierung der felinen Hyperthyreose vor Entfernung der Schilddrüse
Morgens und abends 1 Filmtablette Thiamatab 2.5 mg verabreichen.
Damit stellt sich in den meisten Fällen nach 3 Wochen Euthyreose ein.
Bei geplanter Radiojodtherapie sollten Thyreostatika 1–2 Wochen vorher abgesetzt werden, um eine Hemmung des Einbaus von radioaktivem Jod in die Schilddrüse zu verhindern.

Anwendungshinweise
Filmtabletten sollen nicht geteilt oder zerdrückt werden.
Wenn immer möglich soll die tägliche Dosis auf 2 Gaben aufgeteilt und morgens und abends verabreicht werden. Die Compliance bei Katzen kann bei manchen Individuen eine Verabreichung von einer Filmtablette Thiamatab 5 mg einmal täglich erforderlich machen, dabei muss jedoch häufig eine schlechtere Wirksamkeit in Kauf genommen werden als bei Aufteilung der Dosis auf zwei Gaben.
Bei Beginn der Therapie sollen Hämatologie, Blutchemie und totaler Serum T4-Wert bestimmt werden. Es ist zu beachten, dass bei Euthyreose sich eine vorher durch die Hyperthyreose verdeckte Niereninsuffizienz manifestieren kann.
Die Untersuchungen sollten nach 3 Wochen, 6 Wochen, 10 Wochen, 20 Wochen und danach alle 3 Monate wiederholt und die Dosis bei Bedarf angepasst werden.
Eine Dosis von 20 mg Thiamazol pro Tag sollte nicht überschritten werden.

Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen
Nicht bei Katzen mit primären Lebererkrankungen und Diabetes mellitus anwenden.
Nicht bei Katzen mit Anzeichen von Autoimmunerkrankungen anwenden.
Nicht bei Tieren mit Blutbildveränderungen wie Neutropenie und Lymphopenie anwenden.
Nicht bei Tieren mit Veränderungen der Thrombozyten und mit Koagulopathien (insbesondere Thrombozytopenie) anwenden.
Nicht an tragende oder laktierende Kätzinnen verabreichen.
Nicht an Katzen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Thiamazol oder den Hilfsstoff Polyethylenglycol verabreichen.

Vorsichtsmassnahmen
Katzen, die mehr als 10 mg Thiamazol pro Tag benötigen, müssen besonders gründlich überwacht werden.
Die Verabreichung an Katzen mit Nierenfunktionsstörungen darf nur nach eingehender Risikoabwägung erfolgen. Wegen einer Reduktion der glomerulären Filtrationsrate muss die Auswirkung der thyreostatischen Behandlung auf die Nierenfunktion gut überwacht werden, da sich die zugrunde liegenden Nierenerkrankungen
verschlechtern können.
Das Blutbild muss wegen Gefahr von Leukopenie und Thrombozytopenie oder hämolytischer Anämie überwacht werden.
Bei allen Tieren, die während der Therapie plötzlich einen verschlechterten Allgemeinzustand zeigen, sollte eine Blutprobe hämatologisch und biochemisch untersucht werden, insbesondere bei Auftreten von Fieber. Katzen mit Neutropenie (weisse Blutkörperchen < 2.5 × 109/l) sollten prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden.
Da Thiamazol zu Hämokonzentration führen kann, sollten Katzen stets Zugang zu Trinkwasser haben.

Anwendung während der Trächtigkeit und Laktation
Laboruntersuchungen an Ratten und Mäusen haben Anzeichen von teratogenen und embryotoxischen Wirkungen von Thiamazol aufgezeigt. Die Verträglichkeit des Tierarzneimittels wurde nicht bei trächtigen oder laktierenden Katzen untersucht.
Thiamazol passiert die Plazenta, wird in die Milch ausgeschieden und erreicht annähernd gleiche Konzentrationen wie im mütterlichen Serum.
Nicht an tragende oder laktierende Kätzinnen verabreichen.

Unerwünschte Wirkungen
Ungefähr 20 % der Katzen einer klinischen Feldstudie hatten mehr oder weniger ausgeprägte unerwünschte Arzneimittelwirkungen, am häufigsten bei Anwendung von Thiamatab® in der Langzeit-Therapie von Hyperthyreose. In vielen Fällen waren die Erscheinungen mild und nur vorübergehend, sodass die Behandlung
nicht abgebrochen werden musste.
Die schwerwiegenderen Nebenwirkungen sind überwiegend reversibel, wenn das Medikament abgesetzt wird.
Bei hohen Dosen (10–15 mg pro Katze) traten folgende Nebenwirkungen auf: Erbrechen, Inappetenz/Anorexie, Lethargie, schwerer Juckreiz und Hautläsionen an Kopf und Nacken, Blutungsneigung und mit Hepatopathie einhergehender Ikterus, Blutbildveränderungen (Eosinophilie, Lymphozytose, Neutropenie, Lymphopenie,
leichte Leukopenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie oder hämolytische Anämie). Diese Veränderungen klingen 7–45 Tage nach Absetzen der Thiamazol-Therapie wieder ab.
Wenn immunologische Nebenwirkungen wie Anämie, Thrombozytopenie, Antinukleäre-Antikörper (ANA) im Serum oder sehr selten eine Lymphadenopathie auftreten, soll die Verabreichung umgehend eingestellt werden und nach einer Erholungsphase eine alternative Therapie in Betracht gezogen werden.

Wechselwirkungen
Eine gleichzeitige Behandlung mit Phenobarbital kann die Wirkung von Thiamazol verringern.
Thiamazol vermindert bekanntermassen die Metabolisierung von Anthelminthika auf Benzimidazolbasis und kann bei gleichzeitiger Gabe deren Plasmakonzentration erhöhen.
Thiamazol kann immunmodulatorisch wirken, dies sollte beim Impfen berücksichtigt werden.

Sonstige Hinweise
Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern. Im Originalbehälter aufbewahren um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Das Präparat darf nur bis zum mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet werden.
Nach Verabreichung der Filmtabletten und nach Säubern von Katzenstreu behandelter Tiere Hände waschen. Eine teratogene Wirkung von Thiamazol wird vermutet, daher sollen Frauen im gebärfähigen Alter sowie schwangere Frauen Handschuhe tragen, wenn sie Katzen das Präparat verabreichen oder Katzenstreu behandelter Tiere säubern.
Bei versehentlicher Aufnahme soll unverzüglich ärztliche Beratung aufgesucht und dem Arzt die Packung einschliesslich der Arzneimittelinformation vorgelegt werden. Thiamazol kann Erbrechen, Bauchschmerzen, Kopfweh, Fieber, Gelenkschmerzen, Juckreiz und Panzytopenie verursachen. Die Therapie hat symptomatisch
zu erfolgen. Personen, die auf Thyreostatika allergisch sind, sollen den Umgang mit dem Präparat meiden.

SWISSMEDIC 66'630 (B)
ATCvet-Code: QH03BB02

Packungen
Faltschachteln mit 100 Filmtabletten

Zulassungsinhaberin
Virbac (Switzerland) AG, Opfikon

Stand der Information: März 2018