Euthasol 40% ad us. vet.

ZUR EUTHANASIE VON HUNDEN, KATZEN, NAGETIEREN, KANINCHEN, PFERDEN, WIEDERKÄUEREN UND NERZEN

 

Euthasol

 

ZUSAMMENSETZUNG
1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff: Pentobarbitalum 362.9 mg (ut Pentobarbitalum natricum 400 mg)
Hilfsstoffe: Ethanolum 96 per centum, Propylenglycolum, Conserv.: Alcohol benzylicus (E1519) 20 mg, Color: E131 0.01 mg, Aqua ad inj. q.s. ad solutionem pro 1 ml.


EIGENSCHAFTEN/WIRKUNGEN
Euthasol enthält den Wirkstoff Pentobarbital-Natrium, ein Oxybarbituratderivat der Barbitursäure. Barbiturate dämpfen das gesamte zentrale Nervensystem, quantitativ sind jedoch verschiedene Bereiche in unterschiedlichem Mass betroffen, was das Produkt zu einem starken Hypnotikum und Sedativum macht. Die unmittelbare Wirkung besteht in der Bewusstlosigkeit wegen der tiefen Anästhesie mit, in hoher Dosierung, anschliessender rascher Depression des Atemzentrums. Die Atmung setzt aus, woraufhin sich auch die Herztätigkeit schnell einstellt, was rasch zum Tod führt. Bei wechselwarmen Tieren tritt der Tod, je nach Resorptions- und Stoffwechselgeschwindigkeit, mehr oder weniger verzögert ein.

PHARMAKOKINETIK
Nach intravenöser Anwendung tritt 5-10 Sekunden nach Ende der Verabreichung Bewusstlosigkeit ein. Der Tod folgt 5-30 Sekunden danach. Intraperitoneal wird die Euthanasie innerhalb von 3-10 Minuten erreicht (aufgrund der Dämpfung des Atemzentrums kann das Tier schon vor dem Herzstillstand klinisch tot sein). Nach intrakardialer Anwendung kommt es praktisch sofort zur Bewusstlosigkeit, der Herzstillstand folgt innerhalb von 10 Sekunden.

 

INDIKATIONEN
Euthanasie von Tieren.



DOSIERUNG/ANWENDUNG
Für den intravenösen und intrakardialen Applikationsweg wird eine Dosis von 140 mg Pentobarbital-Natrium/kg entsprechend 0,35 ml/kg KGW empfohlen.

Für den intraperitonealen Applikationsweg (i.p.) wird eine Dosis von 400-800 mg Pentobarbital-Natrium/kg entsprechend 1-2 ml/kg KGW empfohlen:
Hunde und Katzen: 1 ml pro 1 kg KGW entsprechend 400 mg pro 1 kg KGW
Nagetiere, Kaninchen: 1-2 ml pro 1 kg KGW entsprechend 400-800 mg pro 1 kg KGW. Die intravenöse Anwendung sollte den Verabreichungsweg der Wahl darstellen, und nach Ermessen des Tierarztes kann zuvor eine geeignete Sedierung erfolgen.

Bei Pferden und Rindern ist wegen der erhöhten Exzitationsneigung eine Prämedikation obligatorisch. Die intravenöse Injektion sollte bei Haustieren mit einer kontinuierlichen Injektionsgeschwindigkeit bis zum Eintritt der Bewusstlosigkeit vorgenommen werden. Bei Pferden und Rindern sollte Pentobarbital rasch injiziert werden. Alternativ ist auch eine intraperitoneale Anwendung möglich, jedoch ausschliesslich bei kleinen Tieren und nach geeigneter Sedierung. Das Produkt kann bei kleineren Tieren auch intrakardial injiziert werden, allerdings nur nach tiefer Sedierung oder Anästhesie, weil diese Applikationsform schmerzhaft ist. Weitere Informationen: vgl. Kapitel 'Vorsichtsmassnahmen'.



ANWENDUNGSEINSCHRÄNKUNGEN
Kontraindikationen
Nicht für Narkosezwecke verwenden.

Vorsichtsmassnahmen
• Bei intravenöser Injektion von Pentobarbital besteht bei mehrerenTierarten die Möglichkeit einer Exzitation während der Einleitung, weshalb nach Ermessen des Tierarztes eine geeignete Sedierung vorgenommen werden sollte. Es sind Massnahmen zur Vermeidung einer perivaskulären Injektion zu treffen (z. B. durch Verwendung eines intravenösen Katheters).
• Bei intraperitonealer Applikation kann es zu einem verzögerten Wirkungseintritt kommen, wodurch das Risiko einer Exzitation während der Einleitung steigt. Eine intraperitoneale Anwendung darf nur nach einer geeigneten Sedierung erfolgen. Es sind Massnahmen zur Vermeidung einer Injektion in Milz oder Organe/Gewebe mit einer geringen Resorptionsfähigkeit zu treffen. Dieser Verabreichungsweg eignet sich nur für kleine Tiere.
• Eine intrakardiale Anwendung darf nur bei stark sedierten, bewusstlosen oder anästhesierten Tieren erfolgen.
• Um das Risiko einer Exzitation während der Einleitung zu vermindern, sollte die Euthanasie an einem ruhigen Ort vorgenommen werden.
• Bei Pferden und Rindern muss eine Prämedikation mit einem geeigneten Sedativum erfolgen, um vor der Euthanasie eine tiefe Sedierung zu erzielen.
• Falls das Produkt versehentlich bei einem nicht für die Euthanasie bestimmten Tier angewendet wurde, sind folgende Massnahmen zweckmässig: künstliche Beatmung, Sauerstoffgabe und Verabreichung von Analeptika.
• Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung bei Tieren (vgl. Dosierung/ Anwendung).

Anwendung während der Trächtigkeit oder Laktation
Falls eine Euthanasie erforderlich ist, kann das Produkt bei trächtigen oder laktierenden Tieren angewendet werden.

UNERWÜNSCHTE WIRKUNGEN
• Nach der Injektion kann es zu leichten Muskelzuckungen kommen.
• Gelegentlich können Abwehrbewegungen und Unruhe auftreten.
• Wenn die Injektion perivaskulär oder in Organe/Gewebe mit geringer Resorptionsfä- higkeit erfolgt, kann der Tod mit Verzögerung eintreten. Barbiturate können bei peri- vaskulärer Injektion Reizungen hervorrufen.
• Pentobarbital-Natrium kann eine Exzitation während der Einleitung verursachen. Das Risiko einer Exzitation während der Einleitung lässt sich durch eine Prämedikation/ Sedierung erheblich vermindern.
• Selten kommt es nach dem Herzstillstand zu einem oder mehreren agonalen Atemzügen (Schnappatmung). In diesem Stadium ist das Tier bereits klinisch tot.

ABSETZFRISTEN
Nur zur Euthanasie! Tiere, die mit Euthasol 40% euthanasiert wurden, dürfen nicht zur Gewinnung von Lebensmitteln oder Tierfutter verwendet werden.

WECHSELWIRKUNGEN
• Wenn ein aggressives Tier euthanasiert werden soll, wird eine Prämedikation mit einem leichter (oral, subkutan oder intramuskulär) zu verabreichenden Sedativum empfohlen.
• Obwohl eine Prämedikation mit Sedativa die gewünschte Wirkung des Produkts angesichts der verminderten Kreislauffunktion hinauszögern kann, dürfte sich dies klinisch nicht bemerkbar machen, da ZNS-dämpfende Arzneimittel (Opioide, a2- Adrenorezeptor-Agonisten, Phenothiazine usw.) die Wirkung von Pentobarbital auch verstärken können.

SONSTIGE HINWEISE
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender
Pentobarbital ist ein starkes Hypnotikum und Sedativum und daher beim Menschen potentiell toxisch. Es kann über die Haut sowie nach dem Verschlucken systemisch resorbiert werden. Daher ist sorgfältig darauf zu achten, eine versehentliche Einnahme oder Selbstinjektion zu vermeiden:

• Bei versehentlicher Selbstinjektion, Einnahme oder Haut- bzw. Augenexposition ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen. Verzichten Sie angesichts der Möglichkeit einer Sedierung auf das Steuern eines Fahrzeugs.
• Im Fall einer versehentlichen Selbstinjektion suchen Sie dringend ärztlichen Rat und informieren Sie das medizinische Personal über die Intoxikation mit einem Barbiturat.
• Im Fall einer Hautexposition waschen Sie das betroffene Hautareal sofort nach dem Kontakt mit viel Wasser ab.
• Im Fall einer Augenexposition spülen Sie die Augen sofort mit reichlich frischem Wasser aus und suchen Sie ärztlichen Rat.
• Im Fall einer Einnahme spülen Sie den Mund aus und suchen Sie sofort ärztliche Hilfe. Bei der Handhabung des Produkts sollten undurchlässige Schutzhandschuhe getragen werden.

Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Pentobarbital sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden oder das Tierarzneimittel vorsichtig anwenden. Für den Arzt: Die in diesem Produkt enthaltene Pentobarbital-Konzentration kann beim Menschen nach versehentlicher Injektion oder Einnahme von bereits 1 ml zu schwerwiegenden ZNS-Effekten führen. Es wurde darüber berichtet, dass eine Pentobarbital-Natrium-Dosis von 1 g (entsprechend 2,5 ml des Produkts) beim Menschen tödlich war. Die Behandlung sollte unterstützend durch geeignete intensivmedizinische Massnahmen und Sicherung der Atmung erfolgen.

INKOMPATIBILITÄTEN
Nicht mit anderen Tierarzneimitteln mischen.
Der Verzehr von euthanasierten Tieren durch andere Tiere kann zu Intoxikation, Anästhesie und sogar zum Tod führen. Barbiturate sind zudem sehr stabil gegenüber Kochtemperaturen. Angesichts des Risikos einer sekundären Intoxikation dürfen Tiere, die mit Euthasol 40% euthanasiert wurden, nicht als Tierfutter verwendet werden. Es sind geeignete Massnahmen zu treffen, um sicherzustellen, dass die Kadaver der mit diesem Produkt behandelten Tiere und die Nebenprodukte dieser Tiere nicht in die Nahrungskette gelangen und nicht für den Verzehr durch Mensch und Tier verwendet werden.

HALTBARKEIT
Bei Raumtemperatur (15-25°C) in der Originalpackung lagern, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet werden. Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage. Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.



SWISSMEDIC 62'912 (B) (Achtung: Betäubungsmittelgesetz beachten!)
ATCvet-Code: QN51AA01

PACKUNGEN
Durchstechampullen zu 100 und 250 ml

ZULASSUNGSINHABERIN
Virbac (Switzerland) AG, Opfikon

STAND DER INFORMATION
November 2012