Inflacam 5 mg/ml ad us vet.; Injektionslösung

NICHTSTEROIDALES ANTIPHLOGISTIKUM FÜR HUNDE UND KATZEN

Inflaclam, 5mg Injektionslösung

ZUSAMMENSETZUNG
1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff: Meloxicam 5 mg
Hilfsstoffe: Megluminum, Macrogolum 400, Poloxamerum 188, Glycinum, Dinatrii edetas,
Conserv.: Ethanolum 150 mg, Aqua ad inj. q.s.

EIGENSCHAFTEN/WIRKUNGEN
Inflacam enthält den Wirkstoff Meloxicam, ein nicht-steroidales Antiphlogistikum der Oxicam-Gruppe und wirkt durch Hemmung der Prostaglandin-Synthese. Meloxicam bewirkt antiinflammatorische, antiexsudative, analgetische und antipyretische Effekte. Es hemmt die Leukozyten-Infiltration ins entzündete Gewebe und beugt entzündlichen Knorpel- und Knochenschädigungen vor, ausserdem besteht eine schwache Hemmung der kollagen-induzierten Thrombozyten-Aggregation. Die subkutane Verabreichung von Inflacam Injektionslösung ist gut verträglich und verursacht keine lokalen Nebenwirkungen. In vitro und in vivo Studien haben gezeigt, dass Cyclooxygenase-2 (COX-2) zu einem grösseren Ausmass durch Meloxicam gehemmt wird als Cyclooxygenase-1 (COX-1). Meloxicam zeigte, wenn vor dem Einleiten der Anästhesie verabreicht, eine statistisch signifikante Verminderung der Schmerzen bis 24 Stunden nach der Operation.

PHARMAKOKINETIK
Absorption
Meloxicam wird nach subkutaner Applikation vollständig bioverfügbar. Maximale Plasmakonzentrationen von 0.73 μg/ml bei Hunden nach ca. 2.5 Stunden und von 1.1 μg/ml bei Katzen ca. 1.5 Stunden nach Verabreichung erreicht.

Distribution
Im therapeutischen Dosisbereich besteht eine lineare Beziehung zwischen der verabreichten Do-sis und der Plasmakonzentration.
Ungefähr 97% der verabreichten Menge an Wirkstoff sind an Plasmaproteine gebunden.
Das Verteilungsvolumen beträgt beim Hund ca. 0,3 l/kg und 0,09 l/kg bei der Katze.

Metabolismus
Bei Hunden ist Meloxicam zu über 80% im Plasma wiederzufinden, während im Urin, in der Galle und in den Fäzes nur Spuren der Muttersubstanz zu finden sind. Meloxicam wird metabolisiert zu einem Alkohol, einem Säurederivat und zu einigen anderen
polaren Metaboliten. Alle Hauptmetaboliten erwiesen sich als pharmakologisch inaktiv. Bei Katzen wird Meloxicam vorwiegend im Plasma gefunden und ist hauptsächlich über die Galle ausgeschieden, während im Urin nur Spuren der Muttersubstanz nachweisbar sind. Fünf Hauptmetabolite wurden identifiziert, die alle pharmakologisch nicht aktiv sind. Meloxicam wird zu einem Alkohol, einem Säurederivat und mehreren polaren Metaboliten metabolisiert. Wie bei anderen untersuchten Tierarten ist der Hauptstoffwechselweg von Meloxicam bei Katzen die Oxidation.

Elimination
Die Eliminations-Halbwertszeit für Meloxicam beträgt bei Hund und Katze 24 Stunden.
Beim Hund wird ungefähr 75% der verabreichten Menge mit den Fäzes ausgeschieden, der Rest mit dem Urin meist in Form von pharmakologisch inaktiven Metaboliten.
Bei Katzen wird Meloxicam zu 21% im Urin (2% als unverändertes Meloxicam, 19% als Metaboliten) und 79% in den Fäzes (49% als unverändertes Meloxicam, 30% als Metaboliten) ausgeschieden. Der Nachweis von Stoffwechselprodukten der Muttersubstanz in Urin und Fäzes, jedoch nicht im Plasma, ist bezeichnend für die schnelle Ausscheidung.

INDIKATIONEN
Hund
Zur initialen Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie z.B. Disko-/Spondylopathien, Arthropathien, Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen, Lahmheiten und schmerzhaften Entzündungsprozessen des Bewegungsapparates allgemein.
Zur Verminderung post-operativer Schmerzen und Entzündungen nach orthopädischen Eingriffen und Weichteiloperationen. 

Katze
Zur Verminderung post-operativer Schmerzen nach Ovariohysterektomie und leichteren Weichteiloperationen.

DOSIERUNG/ANWENDUNG

Hund
Erkrankungen des Bewegungsapparates
Einmalige subkutane Injektion mit einer Dosierung von 0,2 mg Meloxicam pro kg Körpergewicht (0,4 ml/10 kg Körpergewicht) verabreicht. Für die Weiterbehandlung (beginnend nach 24 Stunden) sollte das Präparat Inflacam Suspension für Hunde oder Inflacam 1 mg und 2,5 mg Kautabletten für Hunde in einer Dosierung von 0,1 mg Meloxicam pro kg Körpergewicht verwendet werden.

Verminderung post-operativer Schmerzen (über einen Zeitraum von 24 Stunden)
Einmalige intravenöse oder subkutane Injektion von 0,2 mg Meloxicam/kg Körpergewicht (0,4 ml/10 kg Körpergewicht) 15 - 30 Minuten vor dem Eingriff (zum Zeitpunkt des Einleitens der Anästhesie). 

Katze
Verminderung post-operativer Schmerzen
Einmalige subkutane Injektion einer Dosis von 0,3 mg Meloxicam/kg Körpergewicht (0,06 ml/kg Körpergewicht) kurz vor dem Einleiten der Anästhesie.

Auf eine genaue Dosierung ist besonders zu achten.
Kontaminationen während des Gebrauchs sind zu vermeiden.

ANWENDUNGSEINSCHRÄNKUNGEN
Kontraindikationen
Inflacam soll nicht angewendet werden bei:
- säugenden oder trächtigen Hündinnen oder Katzen;
- Tieren mit Kreislauf-, Herz-, Leber- und klinisch manifesten Nierenstörungen sowie bei Tieren, bei denen die Möglichkeit von gastrointestinalen Ulzerationen oder Blutungen besteht;
- Tieren mit nachgewiesenen Blutgerinnungsstörungen;
- Tieren, die jünger als 6 Wochen sind oder bei Katzen mit einem geringeren Gewicht als 2 kg;
- bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Meloxicam oder einem der Hilfsstoffe.

Vorsichtsmassnahmen
Wie bei allen nicht-steroidalen Antiphlogistika ist die Behandlung von altersschwachen Tieren mit einem erhöhten Risiko verbunden. Wenn die Anwendung bei solchen Tieren nicht vermieden werden kann, so hat dies unter genauer klinischer
Beobachtung zu geschehen.
Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen sollte die Behandlung abgebrochen und ein Tierarzt aufgesucht werden.
Nicht anwenden bei dehydrierten, hypovolämischen und hypotonischen Tieren, da ein potenzielles Risiko von renaler Toxizität besteht.
Die orale Weiterbehandlung mit Meloxicam oder anderen NSAIDs sollte bei Katzen nicht durchgeführt werden, da eine sichere Dosierung für die wiederholte orale Verabreichung nicht etabliert ist.
Die Sicherheit für die post-operative Schmerzlinderung bei Katzen ist nur nach Narkose mit Thiopental/Isofluran dokumentiert.

Anwendung während der Trächtigkeit oder Laktation
Kontraindiziert.

Überdosierung
Bei Überdosierung soll eine symptomatische Behandlung gestartet werden.

UNERWÜNSCHTE WIRKUNGEN
Es ist mit den typischen Nebenwirkungen der nicht-steroidalen Antiphlogistika wie Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, teerartigem Kot, Apathie und Nierenversagen zu rechnen.
Bei den Hunden sind diese Nebenwirkungen in den meisten Fällen vorübergehend und klingen nach Abbruch der Behandlung ab, können aber bei Nichtbeachten in einzelnen Fällen auch schwerwiegend oder lebensbedrohlich sein.
In sehr seltenen Fällen können anaphylaktische Reaktionen auftreten, die symptomatisch behandelt werden sollten.

WECHSELWIRKUNGEN
Andere nicht-steroidale Antiphlogistika, Diuretika, Antikoagulantien, Aminoglykosid-Antibiotika und Substanzen mit einer hohen Plasma-Protein-Bindung können um die Protein-Bindung konkurrieren und somit zu toxischen Effekten führen. Inflacam sollte nicht zusammen mit anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika oder Glukokortikoiden verabreicht werden. Die gleichzeitige Verabreichung potentiell nephrotoxischer Präparate sollte vermieden werden. Bei Tieren mit einem erhöhten Narkoserisiko (z.B. ältere Tiere) sollte während der Anästhesie eine intravenöse oder subkutane Flüssigkeitstherapie in Erwägung gezogen werden.
Wenn Anästhetika und NSAID zusammen verabreicht werden, kann eine Beeinflussung der Nierenfunktion nicht ausgeschlossen werden. Eine Vorbehandlung mit entzündungshemmenden Mitteln kann als Folge zusätzliche oder verstärkte Nebenwirkungen hervorrufen. Daher sollte vor dem Einsatz von Inflacam die Behandlung mit solchen Mitteln für mindestens 24 Stunden ausgesetzt werden. Bei der Festsetzung der Dauer der behandlungsfreien Periode sind jedoch die pharmakokinetischen Eigenschaften des vorher verwendeten Produktes zu berücksichtigen.

SONSTIGE HINWEISE
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender Personen, die überempfindlich auf nicht-steroidale Antiphlogistika reagieren, sollten den direkten Kontakt mit der Injektionslösung vermeiden. Die versehentliche Selbstinjektion kann schmerzhaft sein. Im Falle einer versehentlichen Selbstinjektion sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Haltbarkeit
Bei Raumtemperatur (15-25°C) in der Originalpackung lagern.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet werden.
Aufbrauchsfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel oder Abfallprodukte sind entsprechend den lokalen Regelungen zu entsorgen.

 

SWISSMEDIC 62‘877 (B)
ATCvet-Code: QM01AC06

 

PACKUNGEN
Durchstechampullen zu 10, 20 und 100 ml.

 

ZULASSUNGSINHABERIN
Virbac (Switzerland) AG, Opfikon

STAND DER INFORMATION
Dezember 2012.