Powerflox 100 ad us. vet.

ANTIBIOTIKUM (GYRASEHEMMER) FÜR KÄLBER, RINDER, MILCHKÜHE UND SCHWEINE

Powerflox 100


ZUSAMMENSETZUNG
1ml enthält: Enrofloxacinum 100 mg, kalii hydroxidum, alcohol butylicus, aqua ad iniectabilia qs ad 1 ml

EIGENSCHAFTEN/WIRKUNGEN
Enrofloxacin gehört zur chemischen Klasse der Fluorochinolone. Die Substanz besitzt eine bakterizide Wirkung, die über eine Bindung an die A-Untereinheit der bakteriellen DNA-Gyrase und die dadurch verursachte selektive Hemmung dieses Enzyms vermittelt wird. Die DNA-Gyrase gehört zu den Topoisomerasen, die bei Bakterien an der Replikation, Transkription und Rekombination der DNA beteiligt sind. Fluorochinolone beeinflussen auch Bakterien in der Ruhephase aufgrund von Änderungen der Zellwandpermeabilität. Diese Mechanismen erklären, warum die Lebensfähigkeit der Bakterien bei Einwirkung von Enrofloxacin sehr schnell nachlässt. Bei Enrofloxacin liegen die inhibitorischen und die bakteriziden Konzentrationen dicht nebeneinander. Sie sind entweder identisch oder unterscheiden sich maximal um 1 - 2 Verdünnungsstufen. Enrofloxacin ist in niedrigen Konzentrationen gegendie meisten gramnegativen Keime, viele grampositive Keime sowie gegen Mycoplasmen antimikrobiell wirksam.

PHARMAKOKINETIK
Nach s.c., i.v. und i.m. Verabreichung von Enrofloxacin werden bereits nach 1 - 2 Stunden maximale Wirkstoffspiegel in Plasma und Geweben erreicht. Enrofloxacin besitzt ein grosses Verteilungsvolumen. Die Konzentrationen in den Geweben und den Organen übertreffen zumeist die Plasmaspiegel deutlich. Nach vorschriftsgemässer Dosierung wird die minimale Hemmkonzentration relevanter Erreger im Plasma und in verschiedenen Zielgeweben während mehrerer Stunden überschritten. Organe, in denen hohe Konzentrationen erwartet werden können, sind beispielsweise Lunge, Leber, Niere, Harnblase, Prostata, Gebärmutter, Haut, Knochen und lymphatisches Gewebe.

INDIKATIONEN
Kalb:
Primär bakteriell bedingte Erkrankungen des Respirations- und Digestionstraktes (Pasteurellose, Mykoplasmose, Colibazillose, Coliseptikämie, Salmonellose) sowie Sekundärerkrankungen nach Virusinfektionen, z.B. "Rindergrippe-Crowding-Komplex".
Rind und Milchkuh: Primär bakteriell bedingte Erkrankungen des Respirationstraktes (Pasteurellose, Mykoplasmose) sowie Sekundärerkrankungen nach Virusinfektionen, z.B. "Rindergrippe-Crowding-Komplex", akute Mastitis hervorgerufen durch E. coli.
Schwein: Infektionen des Respirations- und Digestionstraktes (Pasteurellose, Mykoplasmose, Colidiarrhoe, Coliseptikämie, Salmonellose). Ferner Erkrankungskomplexe wie Atrophische Rhinitis, Enzootische Pneumonie und MMA-Syndrom.

DOSIERUNG/ANWENDUNG
Als Grunddosierung bei Kälbern, Rindern, Milchkühen und Schweinen gelten 2,5 mg/kg bzw. 2,5 ml pro 100 kg Körpergewicht. Bei akuter Colimastitis, komplizierten Atemwegsinfektionen und bei Salmonellosen sollten 5,0 ml/100 kg Körpergewicht verabreicht werden.
Art und Dauer der Anwendung
Zur subkutanen und intravenösen Injektion bei Kälbern, Rindern und Milchkühen. Zur intramuskulären Injektion bei Schweinen. Die Injektion soll beim Schwein in die vordere Nackenmuskulatur vorgenommen werden.
Bei Kälbern sollten pro lnjektionsstelle nicht mehr als 5 ml, bei Rindern und Milchkühen nicht mehr als 10 ml, bei Läufern nicht mehr als 2,5 ml und bei Sauen nicht mehr als 5 ml zur Anwendung kommen
Behandlung an 3, bei Mastitis an 2 und bei Salmonellosen an 5 aufeinanderfolgenden Tagen.
Behandlung des MMA-Syndroms der Sauen an 1 - 2 aufeinanderfolgenden Tagen.
Es wird empfohlen, die Behandlung bei Schweinen am ersten Tag mittels Injektion zu beginnen und an den Folgetagen durch orale Verabreichung fortzusetzen.

ANWENDUNGSEINSCHRÄNKUNGEN
Kontraindikationen: Vorliegende Resistenz gegenüber Chinolonen, da gegenüber diesen eine nahezu vollständige, gegenüber anderen Fluorochinolonen eine komplette Kreuzresistenz besteht.
Vorsichtsmassnahmen: Bei wiederholter Injektion (Rind s.c.; Schwein i.m.) ist jedes Mal eine neue Injektionsstelle zu wählen. Die i.v. Injektion (Rind) sollte langsam erfolgen. Bei der Anwendung sollten offiziell und regional anerkannte Grundsätze der antimikrobiellen Therapie beachtet werden. POWERFLOX 100 soll nur nach bakteriologischer Sicherung der Diagnose und Sensitivitätsprüfung der beteiligten Erreger sowie bei Vorliegen von Resistenzen gegenüber anderen Antibiotika angewandt werden. Der Einsatz von POWERFLOX 100, wie der aller Fluorochinolone, soll aus Gründen einer möglichen Resistenzentwicklung nicht bei geringfügigen Infektionen erfolgen. Eine von den Angaben der Arzneimittelinformation abweichende Anwendung kann die Prävalenz von Fluorchinolon-resistenten Bakterien erhöhen und die Wirksamkeit einer Behandlung mit anderen Chinolonen aufgrund möglicher Kreuzresistenzen herabsetzen.

UNERWÜNSCHTE WIRKUNGEN
Es kann zu vorübergehenden lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle kommen. In seltenen Fällen kann die i.v. Behandlung bei Rindern, vermutlich als Folge von Kreislaufstörungen, zum Auftreten von Schockreaktionen führen.

ABSETZFRISTEN
Kalb, Rind und Milchkuh:
Essbare Gewebe: (i.v. und s.c.) 7 Tage
Milch: (i.v.) 3 Tage
(s.c.) 4 Tage
Schwein:
Essbare Gewebe: (i.m.)7 Tage

WECHSELWIRKUNGEN
Bei Kombination von POWERFLOX 100 (Enrofloxacin) mit Makroliden oder Tetrazyklin ist mit antagonistischen Effekten zu rechnen.

SONSTIGE HINWEISE
Lagerung und Haltbarkeit: Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „Exp.“ bezeichneten Datum verwendet werden. Nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr anwenden. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage. Lagerung bei Raumtemperatur (15 - 25°C). Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender: Direkten Hautkontakt wegen möglicher Sensibilisierung, Kontaktdermatitis und Unverträglichkeitsreaktionen vermeiden. Handschuhe tragen. Nach der Anwendung die Hände waschen. Bei versehentlichem Haut- oder Augenkontakt die betroffene Stelle unverzüglich mit Wasser abspülen.

SWISSMEDIC 61'880 (A)
ATCvet Code: QJ01MA90

PACKUNGEN
Flasche mit 50 ml. Flasche mit 100 ml

ZULASSUNGSINHABERIN
Virbac (Switzerland) AG, Opfikon

Stand der Information: Juni 2011