Pharmasin 200 ad us. vet. Injektionslösung

MARKROLID-ANTIBIOTIKUM FÜR RINDER, KÄLBER UND SCHWEINE

Pharmasin 200 

ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff: 200 mg Tylosinum
Hilfsstoffe: Propylenglycolum, Conserv.: Alcohol benzylicus (E1519) 40 mg,  Aqua ad inj. q.s. ad solutionem.


EIGENSCHAFTEN/WIRKUNGEN
Pharmasin enthält den Wirkstoff Tylosin und gehört zu den Makrolid-Antibiotika. Es ist ein Fermentationsprodukt mit antibiotischem Charakter. Es wurde aus einer in Thailand entnommenen Bodenprobe isoliert, welche einen Stamm von Streptomyces fradiae enthielt.  Tylosin bindet sich an die ribosomale 50s-Untereinheit von Prokaryonten und verhindert damit die Proteinsynthese. Tylosin wirkt im Allgemeinen bakteriostatisch, in hoher Konzentration auch bakterizid. Tylosin ist wirksam gegen Mykoplasmen und grampositive Bakterien.


PHARMAKOKINETIK
Nach parenteraler Verabreichung reichert sich Tylosin innerhalb von wenigen Stunden in verschiedenen Geweben an wie Euter, Uterus, Lunge, Haut, Schleimhäute. Tylosin ist basisch, deshalb erfolgt eine Konzentration besonders auch in Makrophagen und in entzündeten Geweben: Die Serumwerte erreichen bei parenteraler oder oraler Verabreichung nach 1 bis 5 Stunden ihr Maximum, anschliessend fallen sie rasch ab. Hingegen können therapeutische Gewebespiegel während bis zu 24 Stunden gemessen werden. Tylosin wird wenig metabolisiert, vier verschiedene Metaboliten sind bekannt. Beim Schwein wird Tylosin hauptsächlich im Kot ausgeschieden.


INDIKATIONEN
Infektionen mit Mykoplasmen und grampositiven Erregern bei Rindern, Kälbern und Schweinen.

DOSIERUNG/ANWENDUNG
Die Injektionslösung ist intramuskulär oder bei Rindern auch langsam i.v. zu applizieren.

Rinder, Kälber, Schweine, Läufer, Ferkel:
0,5 ml Pharmasin 200 pro 10 kg Körpergewicht und Tag (= 10 mg Tylosin pro kg bzw. 5 ml/100 kg KGW).

Mastitis bei laktierenden Kühen:
Je eine Injektion mit der obenstehenden Dosierung an 3 aufeinanderfolgenden Tagen.

Hinweise:

• Die Stopfen der Durchstechflasche sollten nicht mehr als 15 Mal durchstochen werden, ggf. ist ein geeigneter Adapter zur Mehrfachentnahme einzusetzen.
• Um Unter- und Überdosierungen zu vermeiden, sollen Körpergewicht und Dosis vor Behandlungsbeginn möglichst genau bestimmt werden.


ANWENDUNGSEINSCHRÄNKUNGEN

Kontraindikationen
• Überempfindlichkeit gegenüber Bestandteilen des Präparates oder anderen Makroliden.
• Nicht bei Pferden anwenden.
• Die intramuskuläre Injektion kann bei Küken und Truthähnen zum Tode führen.

 

Vorsichtsmassnahmen
• Überdosierungen beim neugeborenen Ferkel können zu Schockreaktionen führen.
• Bei wiederholten Injektionen ist die Injektionsstelle zu wechseln.
• Die Anwendung des Tierarzneimittels sollte unter Berücksichtigung eines Antibiogramms und entsprechend den offiziellen und örtlichen Regelungen zum Einsatz von Antibiotika erfolgen.

 

UNERWÜNSCHTE WIRKUNGEN
Nach der Injektion können Verfärbungen an der Injektionsstelle auftreten und bis zu 21 Tage nach Administration persistieren. Als mögliche unerwünschte Wirkungen wurden sehr selten beobachtet: Schwellung/Entzündung der Injektionsstelle, Schwellung der Vulva bei Rindern. Ödem der rektalen Schleimhaut mit leichtem Vorfall des Enddarms, Diarrhoe, Erythem und Pruritus bei Schweinen. Anaphylaktischer Schock und Tod.


ABSETZFRISTEN

Milch: 3 Tage
Essbares Gewebe: Rinder, Kälber: 7 Tage, Schweine: 3 Tage
Injektionsstelle: 21 Tage


WECHSELWIRKUNGEN
Keine bekannt.


SONSTIGE HINWEISE

Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender
• Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen.
• Im Fall einer Hautexposition waschen Sie das betroffene Hautareal sofort nach dem Kontakt mit Wasser und Seife ab.
•  Im Fall einer Augenexposition spülen Sie die Augen sofort mit reichlich frischem Wasser aus.
• Tylosin kann Irritationen verursachen. Makrolide, wie auch Tylosin, können Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) als Folge von Injektion, Inhalation, Indigestion oder Haut- bzw. Augenkontakt auslösen. Überempfindlichkeitsreaktionen auf Tylosin können zu Kreuzreaktionen mit anderen Makroliden führen und umgekehrt. Gelegentlich können allergische Reaktionen gegenüber diesen Substanzen schwerwiegend sein. Ein Anschwellen des Gesichts, der Lippen und der Augenlieder oder Atemschwierigkeiten gelten als schwerwiegendere Symptome und erfordern dringend ärztliche Hilfe.
• Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden oder das Tierarzneimittel vorsichtig anwenden.

 

INKOMPATIBILIÄTEN
Nicht mit anderen Tierarzneimitteln mischen.


HALTBARKEIT
Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern. In der Originalpackung lagern, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit ‚EXP‘ bezeichneten Datum verwendet werden.
Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

SWISSMEDIC 63‘217 (A)
ATCvet-Code: QJ01FA90

PACKUNG
Durchstechflasche zu 100 ml

ZULASSUNGSINHABERIN
Virbac (Switzerland) AG, Opfikon

STAND DER INFORMATION
Februar 2014